Samstag, 2. September 2017 // 23:00-20:00
TANZHAUS WEST & DORA BRILLIANT
SOMMERABSCHLUSSFEST

Barem
Ramon Tapia
Juli N. More

Barem [minus, fun rec.]
Juli N. More [sisyphos]
Ramon Tapia [be as one, say what, my favourite freaks]
Peter Schumann [kater blau, platte international]
Markus Fix [cocoon]
Bo Irion [dora brilliant]
Drag & Drop [we are together]
Jermaine Dotson [electric grooves]
Maus & Herr Schmidt [dora brilliant, ravebotta]
Smicky & Bilderberger [no hard feelings]
Jan Maas [berlin]
Philip B. [hansa-music]
DJ Dave [hansa-music]

Bye, bye. Tschüss. Auf wiedersehen bis zum nächsten Jahr. Klar, wir blicken schon mit einem weinendem Auge auf Flip-Flops, Schläppchen, Sonnenbrille, Trägertop und Shorts und schielen etwas skeptisch hinüber zu Jäckchen und Schal. Aber es hilft ja nichts: es ist an der Zeit Abschied zu nehmen vom Sommer 2017. Und dieser Sommer verdient einen denkwürdigen Abschied. Eine wilde Nacht, die dem Sommer diesen Jahres gerecht wird. Mit Barem, Juli N. More und Ramon Tapia habe wir exzellente Gäste eingeladen, die sich darauf verstehen, einer spätsommerlichen Crowd richtig einzuheizen und am Ende der Nacht ziehen wir - gutes Wetter vorausgesetzt - noch einmal hinaus in den Sommergarten, um die Party dort Open Air und im Schein der Sonnenstrahlen ausklingen zu lassen.

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Es scheint, als würden immer die ganz großen Räder gedreht, wenn Barem bei uns zu Gast ist. Letztes Mal war die Musikmesse in der Stadt und brachte Musiker aus allen Herren Länder und allen Genres zusammen. Diesmal wird gleich eine ganze Jahreszeit verabschiedet! Barem gehört zu einer neuen Generation von Djs, die ganz natürlich mit den modernen digitalen Distributions- und Produktionsmethoden aufgewachsen sind und es zu schätzen wissen, dass die aktuellen Tools es ganz intuitiv ermöglichen, seine kreativen Ideen ohne große Hindernisse und Barrieren auszuproduzieren. Mauricio Barembuen, so Barems bürgerlicher Name, stammt aus Buenos Aires, einer Stadt mit einer unglaublich pulsierenden Musikszene, an der zu partizipieren wir leider viel zu selten die Möglichkeit haben. Dort ermutigte ihn Richie Hawtin während eines Gigs seine Demos einzuschicken. Wenig später folgte der erste Release auf M_nus, nach dem wiederum weitere ebenso erfolgreiche Tracks von ihm dort erschienen. Seine Bekanntheit skyrockete nach diesen Veröffentlichungen durch die Decke. Einer der Highlights seiner Produzententätigkeit ist das ebenfalls auf M_nus veröffentlichte full-length Album „After the Storm“. Sein ganz persönlicher Signature-Sound ist mittlerweile europaweit anerkannt, seine neue Homebase befindet sich inzwischen in der Schweiz – auch ein Land, mit einer gern unterschätzten aber sehr hochkarätigen Elektronik-Szene. 

Musik wurde Ramon Tapia eigentlich schon mit in die Wiege gelegt. Schon sein Vater war Musiker, und musste seine Heimat Chile verlassen, weil dessen Stücke die damalige Pinochet-Diktatur provozierten. Für den in Holland geborenen Ramon wurde der Belgische Techno jedoch zu einer wichtigen Referenz. Aus diesem Grund verlegte Ramon seinen Lebensmittelpunkt in die belgische Szene-Metropole Antwerpen. Zu produzieren begann Tapia bereits ab 1998, zunächst immer in Kollaboration mit anderen Partnern. Um seine musikalische Vision jedoch unmittelbar zu realisieren, konzenrtrierte es sich seit 2004 darauf seine Tracks vollkommen unabhängig und autark zu produzieren. Seither sind ca. 50 Solo-Veröffentlichungen von ihm erschienen, die sich auf dem schmalen Grad zwischen Techno, Tech-House und House bewegen. Mit dem Mini-Album „Mini Jack“, das 2008 auf Great Stuff Recordings erschien hatte Ramon einen beeindruckende Marke gesetzt. Zwei Jahre später folgte dann die Full-Lengh Veröffentlichung „Sunka Sanka“ ebendort, auf dem seine Soundsignatur endgültig definiert war. Schon in der Vergangenheit hatte Ramon immer mal wieder in guter, alter Techno-Tradition unter anderen Pseudonymen veröffentlicht. El Carlitto war ein solches Alias, kürzlich hat er mit Amari ein Alter Ego geschaffen, das im Gegensatz zu den düstereren Produktionen unter seinem Namen für melodisere Sounds steht. Mit Say What? Recordings hat Ramon übrigens auch noch sein eigenes Digital-Label am Start, auf dem ein ein Teil seines Outputs erscheint, während der Rest von renommierte Adressen wie Suara, Bedrock oder eben Great Stuff verlegt wird.

Es muss schon eine echte Sisyphos-Aufgabe sein, die riesigen Line-Ups zu buchen und zu koordinieren, die jedes Wochenende auf den vier Floors der Non-Stop-Partys in der Rummelsburger Bucht spielen. Sich um das Programm des Berliner Clubs Sisyphos zu kümmer ist der „Dayjob“ von Juli N. More. Am Wochenende steht er selbst für Marathon-Sets hinter den Decks - wenn nicht in seiner Homebase, dann eben im Kater oder dem Ritter Butzke. Seine Sporen hat sich Juli N. in der Open-Air-Szene Berlins verdient. Er gehörte dort der Tikkibar-Crew an, die liebevolle Veranstaltungen an spannenden Orten auf die Beine gestellt hat. Originelle Partys, die drinnen wie draußen, bei Sonne und bei Schnee stattfanden. Juli N. gehört zur neuen, unprätentiösen Generation junger up-and-coming Djs aus der Hauptstadt. Sein Tourplan führt ihn inzwischen häufiger ins Ausland, vor allem nach London, wohin das Sisyphos freundschaftliche Beziehung unterhält. Spannend ist auch der Ansatz, den Juli N. bislang als Produzent verfolgte. Statt funktionale Tracks für den Dancefloor nutzte er seine Ausbildung an klassischen Instrumenten in den vergangenen Jahren dazu, um an Scores für Dokumentationen zu arbeiten. Gegenwärtig wir er wieder recht häufig im Studio gesehen. Es würde uns nicht sehr wundern, wenn sein Name demnächst auf einer Sisyphon-Veröffentlichung stehen würde. Aber wir wissen natürlich: auch die Produktion von elektronischer Musik kann sich manchmal zu einer Sisyphos-Aufgabe entwickeln.